Carlos Gardel

Wer dem Tango begegnet, der begegnet auch Carlos Gardel, der mit bürgerlichem Namen Charles Romuald Gardés hieß. Carlos Gardel wurde am 11. Dezember 1890 in Toulouse in Frankreich o d e r in Tacuarembó in Uruguay geboren. Der Geburtsort steht also nicht fest. Er war Tango-Sänger und Tango-Komponist und ist die wohl wichtigste Person des Tango in der Zeit von 1900 bis 1950. Carlos Gardel starb am 24. Juni 1935 in Medellín in Kolumbien bei einem Flugzeugunglück.

Der Geburtsort Gardels wird ein Geheimnis bleiben. Das Geburtsregister von Toulouse weist einen Eintrag auf den Namen "Charles Romuald Gardès ... Sohn eines unbekannten Vaters und von Berthe Gardès" auf. Gardel erklärt in seinem Testament, in Toulouse geboren zu sein. Zu Lebzeiten jedoch behauptete er wiederholt, in Tacuarembó in Uruguay geboren zu sein. So stand es auch in seinem Ausweis. Und Gardel gab am 8. 10.1920 vor dem uruguayanischen Konsulat in Buenos Aires an, er sei in Tacuarembo geboren und seine Eltern würden beide aus Uruguay stammen. 1936 bestätigte die Regierung von Uruguay ein Dokument, in dem Frankreich als Land der Geburt anerkannt wird. Dies hat Uruguay bis heute nicht widerrufen. Im Register des des Weltdokumentenerbes der UNESCO kann man lesen, Carlos Gardel sei ein in "in Frankreich geborener argentischer ‚zorzal criollo'". Fazit: Dokumente, die einen eindeutigen Nachweis erbringen, gibt es nicht.

Ab seinem 3. Lebensjahr lebt Cardel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Seine Heimat ist dort Abasto, der Stadtteil in dem der zentrale Gemüse- und Obstmarkt abgehalten wird. Seine Mutter muss ihn allein erziehen und hat wenig Zeit, sich um ihn zu kümmern. Er verbringt viel seiner Zeit in den Straßen der Stadt. Bald bekommt er den Namen El Morocho del Abasto, was übersetzt Der Dunkelhäutige von Abasto heißt. Seine frühe lokale Bekanntheit hat er seiner Stimme zu verdanken.

Carlos Gardel arbeitet 1902 im Teatro Victoria - nicht als Musiker, sondern als Kulissenschieber. Doch Titta Ruffo, ein berühmter Sänger aus Italien, wird auf ihn aufmerksam und hilft ihm, seine Stimmer auszubilden. Das besondere an Gardels Stimmer wird deren enorme dramatische Ausdruckkraft und deren Sinnlichkeit. Gardel quittiert im Jahr 1906 die Schule und lebt nur noch für den Gesang. Er hat Auftritte in Restaurants und Cafés in seiner direkten Nachbarschaft. 6 Jahre später legt er sich den Künstlernamen Carlos Gardel zu und erklärt, aus Uruguay nach Argentinien umgesiedelt zu sein. Seine französischen Wurzeln leugnet er. Im gleichen Jahr findet in der Calle Guardia Vieja im Stadtteil Abasto von Buenos Aires ein Tango Vergleichswettkampf mit dem José Razzano statt. Doch weder Razzano noch Gardel allein werden zum Gewinner erklärt. Beide beginnen seither eine gemeinsame Karriere. 15 Jahre lang machen sie zusammen Tango-Musik. Die Popularität der beiden Tango-Musiker nimmt rapide zu. Bis 1915 spielen sie in den angesehensten Clubs und Theatern von Buenos Aires. Sie reisen durch ganz Argentinien, nach Chile, Uruguay und Braslinen. Carlos Gardel lernt auch sein Vorbild Enrico Caruso kennen.

Der 11. Dezember 1915 ist ein dramatischer Tag in Cardels leben. Er wird in einem Club in die Lunge geschossen. Hieran leidet er fortan zeitlebens. Gardel legt eine Pause von einem Jahr ein, kehrt dann mit großem Elan zum Tango zurück und konzentriert sich nun allein auf den Tangogesang. Er trennt sich von Razzano, weil dieser mit dieser einseitigen Linie nicht konform geht. Doch dies macht den Weg frei und Carlos Gardel wird zum ersten und bis heute berühmtesten Tangosänger der Welt.

Kompositionen von Gardel sind in der Tangowelt unvergeßlich. Zusammen mit Alfredo Le Pera, einem Dichter und Journalisten, schuf er viele klassische Tangos, etwa Mi Buenos Aires querido, Soledad, Golondrinas, Volver und El día que me quieras. Aber Gardel komponiert auch Folklore, etwa Milongas, Zambas, Rancheras, Tonadas, Tristes, Estilos. Zu seinen Werken zählen auch Lieder auf Französich und Foxtrotts auf englisch.

Carlos Gardel geht Ende des Jahres 1925 nach Europa und wird in Spanien ein ebenso bekannter Star wie in den Länderen Südamerikas. 1928 tritt er zum ersten Mal in Paris auf.

Carlos Gardel war der erste und einzige Weltstar, den Argentinien im Showbuisiness hatte. Er ist der König des Tangos. Allenfalls Astor Piazzolla kommt an die Bedeutung, die Gardel für den Tango einnahm, heran.

Als der Tonfilm aufkommt, wirkt Carlos Cardel auch in vielen Musikfilmen mit.

Carlos Gardel Tod ist dramatisch. Er stirbt am 24. Juni 1235 bei einer Kollision zweier Flugzeuge auf der Landebahn des kolumbianischen Flughafens Medellín. Mit ihm Alfredo Le Pera und weitere seiner Begleiter. Gardel stand zu jener Zeit auf dem Zenit seiner Karriere und war auf einer Tournee durch ganz Lateinamerika. Sein Tod war für seine Fans ein Schock. Sie weiten um ihn und einige begangen Selbstmord.

Carlos Gardel wurde auf dem Friedhof La Chacarita in Buenos Aires begraben. Seine Fans werden ihn nie vergessen. Noch heute sagt man in Argentinien "Gardel singt mit jedem Tag besser." Der Vers "Veinte años no es nada" (Zwanzig Jahre sind ein Nichts), der aus seinem Tango Volver stammt, wird ein geflügeltes Wort in ganz Lateinamerika.

Carlos Gardels Originalaufnahmen werden am 1. September 2003 von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt.